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2020-11-26T00:00:00+00:00
Passau // Bayern
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Corona-Krise sorgt für Run auf Weihnachtsbäume:

"Ich rechne mit Sicherheit mit Zuwachs" - Viele Leute bestellen schon vor, auch wenn sie schon länger keinen Baum mehr in der Wohnung hatten - Oft ordern die Kunden dieses Jahr sogar einen Zweitbaum - "Entweder für das Kinderzimmer oder einfach für draußen einen Dekorationsbaum" - Händler gibt zu bedenken: "Wenn zum Nachschneiden wäre, dass ich keine Bäume mehr nachschneiden kann" - "Der perfekte Christbaum, das liegt nicht einmal unbedingt am Wuchs" - Lange dunkelgrüne Nadeln und eine volle Bestückung sind dem Verkäufer wichtig - Sein Lieblingsbaum hat immer zwei oder drei Spitzen - Weihnachtsbaumgeschäft rettet das Jahr, denn Messestände gab es ja nicht
Neuigkeit-ID 4S0629

"Grün, grün, grün sind alle meine Nordmanntannen", das denkt sich Rudi Karlstetter wohl jeden Tag, wenn er auf seinen Christbaumplantagen in Passau seine Runden dreht. Bereits seit Dezember 1981 verkauft das Passauer Urgestein seine Christbäume. Daher hat er schon einiges miterlebt. Dieses Jahr wird das Weihnachtsfest für viele aber anders ausfallen, als üblicherweise - so auch das Weihnachtsgeschäft von Rudi karlstetter. "Wir rechnen sicher mit mehr Nachfragen. Es haben sich auch schon ganz viele Leute angekündigt. Auch welche, die sagen, wir haben jetzt schon fünf Jahre keinen Baum mehr gehabt, aber dieses Jahr, wegen Corona, stellen wir einen auf und oft sogar einen Zweitbaum. Entweder für das Kinderzimmer oder einfach so, für draußen, als Dekorationsbaum. Also ich rechne mit Sicherheit mit Zuwachs", erklärt er auf Nachfrage

Sieben Kulturen in ganz Passau verteilt, besitzt der gebürtige Drei-Flüsse-Städter. Die müssen das gesamte Jahr über gehegt und gepflegt werden. "Wir betreiben einen riesen Aufwand mit mähen, wir spritzen nicht. Der Christbaumzüchter, der Chemie spritzt, der hat es einfach - der spritzt einmal im Jahr und dann hat er einen schwarzen Boden da. Wenn man bei mir schaut, dann ist überall Grün da. Ich habe in einer Kultur sogar 100 Hennen drinnen und die fressen mir auch das Gras zusammen. Ich mähe drei Mal im Jahr jede Kultur. Wir haben sieben Kulturen, dann wissen Sie, drei mal sieben ist 21, wie oft, dass ich mähen muss. Was wir im Sommer tun? Der eine geht baden und der andere tut Christbaumkulturen mähen", berichtet Rudi, teilweise mit einem schmunzeln im Gesicht.

Für das Mähen hatte der Christbaumanbauer dieses Jahr viel Zeit, denn die Karlstetter´s sind auch bekannt als Festwirte, zum Beispiel auf dem Kapfhammer Volksfest oder auf der Passauer Dult. Und die sind ja bekanntlicher Weise durch die Corona-Pandemie dieses Jahr allesamt ausgefallen. "Durch die Pandemie haben wir deutlich mehr Zeit für die Christbäume gehabt. War nicht alles so hektisch und es hat es in keinster Weise beeinflusst, das kann ich schon sagen", so Karlstetter´s Resümee. Die Preise bleiben in diesem Jahr, laut Rudi Karlstetter und dem Verein der bayerischen Christbaumanbauer weitestgehend so, wie in den vergangenen Jahren. Also rund 20 Euro für Ein-Meter-Baum in bestmöglicher Qualität.

Doch was macht den perfekten Baum eigentlich aus? Darüber könnte der Christbaumexperte ewig reden: "Für mich ist wichtig, dass er eine schöne dunkelgrüne, lange Nadel hat, voll bestückt ist. Dass er wirklich einen guten Boden hat, wo er Nährstoffe aufnehmen kann ... Der Boden ist ganz wichtig und dann habe ich einen sauberen Baum. Es muss nicht jede Reihe gleich sein. Es muss nicht unbedingt, wie welche meinen, ich darf den Stamm überhaupt nicht sehen und ich renne eine viertel Stunde rund um den Baum und, ist er es, ist er es nicht, wie wenn es eine Entscheidung für das Leben wäre. Ich sage einmal, das ist Natur. Ich zum Beispiel, ich tue mir einen Baum mit zwei oder drei Spitzen rein". Für einige vielleicht nicht unbedingt der ideale Baum zu Weihnachten, für Rudi Karlstetter aber genau richtig. Einen mit drei Spitzen hätte er sogar schon auf einer seiner Plantagen entdeckt.

Übrigens, Nachschub gibt es natürlich auch schon für die kommenden Weihnachtsfeste. Und auch wenn die stille Zeit dieses Jahr sicherlich deutlich anders wird, mit dem mehr oder weniger perfekten Christbaum kehrt zumindest ein bisschen Normalität in das Weihnachtsfest 2020 zurück. Richtig geht der Christbaumverkauf bei Rudi Karlstetter im Übrigen erst ab dem 5. Dezember los, vorher gibt es Tannengrün für die Rosen oder zur Dekoration. Und wer vorher schon etwas weihnachtliche Stimmung zum ersten Advent am 29. November kommen möchte, der lässt sich von den Adventskränzen und Gestecken verzaubern, die Karlstetter´s Helferlein schon gebastelt haben.

Schnittbilder

  • Tannenzweige liegen auf Paletten

  • Christbaumfeld in diversen Ansichten / Einstellungen

  • Christbaumbaum mit drei Spitzen

  • Hühner leben im Christbaumfeld in diversen Ansichten / Einstellungen

  • Mitarbeiter schneiden mit Kettensäge Tannenzweige vom Baum ab in diversen Ansichten / Einstellungen

  • Tannenzweige werden auf einen Stapel gelegt und weggetragen

  • Prüfung des Tannenbaumes in diversen Ansichten

  • Tannenbaum mit Schwenk auf vorbeilaufendes Huhn

  • Tannenzapfen wird abgeschnitten

  • Geöffneter Tannenzapfen im Close

  • Tannenzapfen liegt auf dem Boden

  • Tannenbaum wird gefällt mit Zoom auf Schnittstelle beim Baum in diversen Ansichten / Einstellungen

  • Baumstamm wird in kleine Teile geschnitten

  • Baum wird zu zweit weggetragen in diversen Ansichten / Einstellungen

  • Tannenzweige auf einem Haufen

  • Pfifferlinge auf Waldboden

  • Tannenbäume in diversen Ansichten / Einstellungen

  • Abgeschnittene Tannenbäume werden zu verschiedenen Sachen verarbeitet

  • Unfertiger Adventskranz im Close

  • Fertiger Adventskranz im Close

  • Eingangsschild „Karlstetter´s Hüttenzauber“

  • Blick auf Gebäude in diversen Ansichten

  • Schnittbilder und Übersichtsaufnahmen

  • O-Ton Rudolf Karlstetter, Inhaber Karlstetter´s Christbäume: "…wir rechnen sicher mit mehr Nachfrage...es haben sich auch schon ganz viele Leute angekündigt...auch welche die sagen, wir haben jetzt schon fünf Jahre einen Baum nicht mehr gehabt, aber heuer wegen Corona, tun wir uns einen Baum ins Haus...oft sogar einen Zweitbaum, entweder für das Kinderzimmer oder einfach für draußen schon einmal, einen Dekorationsbaum...Also ich rechne mit Sicherheit mit Zuwachs...Ja, bei uns geht es eigentlich immer sehr knapp, aber es kann sein, dass ich ab 18., 20. Dezember wirklich, wenn zum Nachschneiden wäre, dass ich keine Bäume mehr nachschneiden kann…Das was da ist und dann ist aus…der perfekte Christbaum, das liegt nicht einmal unbedingt am Wuchs...Für mich ist wichtig, dass es eine schöne dunkelgrüne, lange Nadel hat, voll bestückt ist, dass er wirklich war, einen guten Boden hat, wo er Nährstoffe aufnehmen kann...wenn ein Christbaum auf einem schlechten Boden wachst, dann wird er nichts gescheites....PH-Wert ist zum Beispiel ganz wichtig, dass der PH-Wert stimmt, wenn ich einen sauren Boden hab, einen PH-Wert von sag ich mal mit 4,8 oder 5, dann wächst mir der Christbaum nicht...da kann ich Dünger, Kunstdünger, Hühnerdünger, ist zum Beispiel ganz wichtig wegen Stickstoff, kann ich hintun was ich mag, aber der Baum ist nicht in der Lage, dass er die Nährstoffe aufnimmt…also der verkümmert…der Boden ist ganz wichtig, dann hab ich einen sauberen Baum, es muss nicht jede Reihe gleich sein…es muss nicht unbedingt, wie manche meinen, ich darf den Stamm überhaupt nicht sehen und ich renne eine Viertelstunde rund um den Baum und ist er es oder ist er es nicht, wie als wenn es eine Entscheidung für Leben wäre...ich sage immer, das ist Natur...ich zum Beispiel, ich tu mir einen Baum mit zwei oder drei Spitzen rein...zum einen haben wir dieses Jahr eh 2020, kann man zwei Spitzen hernehmen...dann ist das auch gut...für mich muss der Baum nicht perfekt gewachsen sein...nein, das hat die Pandemie wirklich nicht beeinflusst...ich muss eines sagen, wir haben ja noch einen anderen Berufszweig...durch die Pandemie haben wir eigentlich mehr Zeit für die Christbäume gehabt...war nicht allzu hektisch...es hat es in keinster Weise beeinflusst...das kann ich schon sagen...ja unbedingt, wir haben ja dieses Jahr noch keine Einnahmen gehabt...das muss man mal ganz deutlich sagen...wir haben dieses Jahr die Frühjahrsmesse schon halb aufgebaut gehabt, dann geht der Betreiber insolvent...wir hatten das ganze Platzgeld bezahlt, das ist ein fünfstelliger Betrag...der war schon einmal weg...und natürlich ist man dann sehr froh, wenn man sowas hat...am 5. Dezember fangen wir an...es kommen die Leute schon vorher und holen Tannengrün, Dekogrün, Abdeckgrün für Rosen oder oder oder...die wissen, bei uns kriegen sie die Sachen sehr frisch, meist erst einen Tag vorher oder am gleichen Tag geschnitten...haben wirklich einen lange Freude damit...ja schon, wir haben eine Desinfektion da...wir haben einen gewissen Einlass und dann durch Strohballen abgeteilt und einen Ausgang...ist so vorgesehen, dass es passt...unser Weihnachten ist eigentlich ganz schön...da kommt von meiner Frau Verwandtschaft, sogar aus dem Österreichischen, kommen sie...fahren extra 60 Kilometer zu uns her...sind wir immer so 12 bis 15 Leute...ist ein bisschen unterschiedlich...wir feier nicht in unserem Haus, das ist ja noch relativ neu, wir feiern im alten Bauernhaus...da haben wir eine ganz eine einfache Nordmannstanne drin, die vielleicht nicht einmal jemand kaufen würde...aber den Baum, den lieb ich...das ist der schönste Baum...da haben wir eine Stube, eine sogenannte Stube, wie es früher war, eine Bauernstube mit 25 Quadratmeter...da ist ein großer Tisch drin...ein großer Holzofen...eine riesen große Pfanne, da kann man Würstel drin braten und Sauerkraut und Semmeln und das ist Weihnachten...also wie viele Bäume ich habe, dass kann ich eigentlich schlecht sagen...ich kann ungefähr in Hektar sagen, das sind ungefähr zehn Hektar Bäume...das ist nicht zu viel, das ist überschaubar das Ganze...wir haben halt, wir betreiben einen riesen Aufwand mit mähen...wir spritzen nicht...der Christbaumzüchter, der eben Chemie spritzt, der hat es einfach...der spritzt einmal im Jahr und hat einen schwarzen Boden da...wenn man bei mir schaut, es ist überall grün da...in einer Kultur habe ich sogar 100 Hennen drinnen und die fressen mir das Gras auch...ich mähe dreimal im Jahr, mähe ich jede Kultur...wir haben sieben Kulturen...drei mal sieben ist 21, dann wissen sie, was ich machen muss...im Sommer, der eine geht baden, der andere geht Christbaum ausmähen, so schaut es aus..."

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